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Luftdichte Gebäudehülle / Blower - Door - Test

  •    Luftdichtheit

  •    Blower - Door - System

  •    Blower - Door - Test

  •    Methoden, die Luftströmungen aufzuspüren

  •    Anwendung des Blower - Door - Tests mit Zusatzgeräten

  •    Ortung verdeckter Lufteintritte mit Infrarot Thermografie von innen bei

             Unterdruck

  •    Grenzwerte der Luftdichtigkeitsmessung


                                   


Luftdichtheit

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle ist erstmalig in § 4 WSVO ´95 formuliert worden und somit für Neubauten bereits seit 1995 Pflicht.

Inzwischen existieren in der DIN 4108 - 7 ( Wärmeschutz im Hochbau - Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen ) einzuhaltende Richtwerte, sowohl für Gebäude mit Fensterlüftung wie auch mit Lüftungsanlagen.

Diese Regelungen sind in der Energieeinsparverordnung  ( EnEV von 2002 ) bestätigt und erweitert worden und gelten nicht nur für Wohngebäude, sondern selbstverständlich auch für alle wohnlich genutzten Gebäude, wie zum Beispiel Schulgebäude, Bürgerhäuser, Verwaltungsgebäude.


Geprüft wird die normgerechte Luftdichtheit nach DIN 4108 - 7 mit dem
Blower - Door - Verfahren nach EN / DIN 13 829
nötigenfalls unter zu Hilfenahme zusätzlicher Messtechniken.


Über den ursprünglichen Einsatzzweck der Energieeinsparung hinaus, hat sich die Kombination mit der Infrarot - Thermografie zu einem sehr wirkungsvollen zerstörungsfreien Diagnoseverfahren entwickelt, mit dem auch beginnende Bauschäden durch konvektiven Feuchteeintrag sowie verborgener Schimmelbefall treffsicher erkannt werden können

Gründe für die Luftdichtheit

1.   Einzuhaltende Forderung in Regelwerken und Stand der Technik
z.B. in der EnEV 2002 und DIN 4108 - 7.

2.   Energieverluste
In Gebäuden mit einer zu luftdurchlässigen Gebäudehülle entweicht Warmluft und nachströmende Kaltluft muss wieder aufgeheizt werden.

3.   Wohnbehaglichkeit
Bei luftdurchlässigen äußeren Bauteilen wird die vorhandene Dämmung unwirksam und so die Behaglichkeit gestört - im Winter durch zu niedrige und im Sommer durch zu hohe Innenflächentemperaturen.

4.   Lüftungsanlagen
Bei gut geplanten Lüftungsanlagen wird für bestimmte Strömungswege und nur mit geringen Druckdifferenzen gearbeitet. Mit zuviel Falschluft durch Luftundichtigkeiten funktioniert u. U. das gesamte Konzept nicht.

5.   Interne Luftströmungen
Auch innerhalb eines Gebäudes können solche kleinen Undichtigkeiten zu Störungen führen, z.B. wenn über Installationsdurchführungen Gerüche verschleppt werden.

6.   Schadstoffbelastung
Die Luftdichtung muss bei Leichtkonstruktionen das Eindringen von Schadstoffen aus der Dämmung selbst und der Umwelt verhindern, z.B. von Mineralfasern und Stäuben, sowie Pollen und Sporen.

7.   Schallübertragung
Alle Maßnahmen zur Reduktion der Schallübertragung versagen bei Leckagen in der Gebäudehülle.

8.   Bauschäden
Wenn feuchte Innenluft durch Undichtigkeiten in kältere Bereiche der Gebäudehülle eintritt, kann dort der Wasserdampf kondensieren ( konvektiver Feuchteeintrag ) und zu Schäden führen.

9.   Brandübertragung
Durch Luftundichtigkeiten z.B. an Steigsträngen und abgehängten Decken können im Brandfall heiße und u. U. auch gesundheitsschädliche Brandgase in andere Räume und Geschosse eindringen. Das gilt für den Mehrgeschossbau und insbesondere für öffentliche Gebäude.


Blower-Door-System

 

Messgeräte für Druckdifferenz und Volumenstrom

Elektronische Drehzahlregelung des Gebläses

Reißfestes Gewebetuch für den luftdichten Einbau des Gebläses

Hochleistungsgebläse mit 2 Laufrichtungen

 

 

Verstellbarer Aluminiumrahmen mit umlaufender Dichtung

Querstrebe zur Aussteifung des Alurahmens

Spannknebel für den rutsch -und kippfesten Einbau des Blower - Door - Systems

Aluminium - Messblende zur Messung von sehr kleinen Volumenströmen

 


Der Blower-Door-Test

Mit  Hilfe des Ventilators, der mit einem verstellbaren Rahmen in eine Öffnung wie die Haustür oder ein Fenster eingebaut wird, erzeugt man einen Differenzdruck zwischen Gebäude-innerem und der äußeren Umgebung von 50 Pascal ( 50 Pa entspricht dem Druck einer Wassersäule von 5 mm Höhe oder dem Druck auf eine Fläche bei einer Windgeschwindigkeit von 9 m/s ).

Vor Beginn der Messung sollte die luftdichte Ebene komplett erstellt sein.

Bei Mauerwerk ist der Innenputz aufzubringen. Holzwerkstoffe, Gipskarton - Bauplatten, Folien und Dampfbremsen müssen montiert und Fugen sowie Stöße mit entsprechenden Materialien luftdicht verbunden sein.

Alle vorhandenen Zwangsöffnungen wie Kamin, Dunstabzug usw. müssen mit geeigneten Mitteln provisorisch vor der Messung luftdicht verschlossen werden.

Es gibt verschiedene Methoden, die Luftströmungen aufzuspüren:


Unterdruckmessung

 

Bei Messungen mit Unterdruck strömt die Luft von außen ins Gebäudeinnere, diese Luftströmungen werden mit Windgeschwindigkeits- messgeräten, so genannten Anemometern, erfasst.


Überdruckmessung

 

 

 Eine weitere Möglichkeit ist die Erzeugung von Überdruck im Gebäudeinneren. Diese Methode wird vorrangig eingesetzt, um an unzugänglichen Stellen Leckage sichtbar zu machen. Hierbei wird im Gebäude mit einer Nebelmaschine dichter Nebel erzeugt, dieser strömt durch Undichtheiten nach außen und man kann erkennen, in welchen Bereichen Leckagen vorhanden sind.


Anwendung des Blower-Door-Tests mit Zusatzgeräten

 

Ortung verdeckter Lufteintritte mit Infrarot Thermografie von innen bei Unterdruck


    Blower Door                                                            Infrarot Thermografie
                           

Die Infrarot-Kamera stellt die Oberflächentemperaturen in verschiedenen Farben dar.

Die in der o.a. Thermografie schwarz und blau dargestellten Oberflächentemperaturen z. B. die der Bauteilanschlüsse / Fenster betragen zwischen 13°C und 15°C.


                                     

Hiermit kann verdeutlicht werden, dass kalte Außenluft während der Blower-Door-Messung über jede Undichtigkeit in das Gebäude gesaugt wird.

                          

Es gibt eine weitere Unterscheidung des Blower-Door-Verfahrens

Verfahren A

Abnahmemessung am Gebäude im Nutzungszustand auf Einhaltung der Forderungen

der EnEV und der DIN 4108-7.

Verfahren B

Prüfung der Gebäudehülle zum Aufspüren von Leckagen während der Bauphase.

Grenzwerte der Luftdichtigkeitsmessung

 

Neben der Leckagenortung kann mit dem Blower-Door-Test der Luftvolumenstrom der über die gesamte Gebäudehülle ausgetauscht wird, festgestellt werden.

Nach der EnEV und DIN 4108-7 sind gewisse Grenzwerte festgelegt und mit der Luftwechselzahl n 50 definiert.

Dieser Wert gibt an, wie oft pro Stunde bei einem Prüfdruck von 50 Pa die Innenluft des Gebäudes durch den Leckagestrom komplett ausgetauscht wird.

Errechnet wird dieser folgendermaßen:

n 50 = Gemessene Luftvolumenstrom bei 50 Pa in m³ pro Stunde / Innenvolumen des gemessenen Bereichs in m³.


Gebäude mit normaler Fensterlüftung

·         bezogen auf das Raumvolumen 3 h-1 nicht überschreiten

·         bezogen auf die Netto-Grundfläche 7,5 m³/(m²h) nicht überschreiten

Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen

·        bezogen auf das Raumvolumen 1 h-1 nicht überschreiten

.      bezogen auf die Netto-Grundfläche 2,5 m³/(m²h) nicht überschreiten 

Zur Erreichung des Ziels einer luftdichten Gebäudehülle sollte das erstellte Dichtheitskonzept von allen am Bau Beteiligten mit größter Sorgfalt geplant und ausgeführt werden.

Wichtig für Bauherr, Planer und Handwerker ist, dass die Ausführungsqualität mit dem Blower-Door-Verfahren messbar und damit auch im Streitfall einklagbar ist.


Quellennachweis:  Luftdichtheit der Gebäudehülle ( Impuls - Programm - Hessen ),

Häuser des 21. Jahrhunderts ( secolo Verlag),
www.thermo-bild.com, www.bautest.de, www.haustechnik.de, www.luftdichtheit.de,

www.baubiologie.regional.de, www.drspecht.de  

 

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